Wahrendorff Blog

Trauer um Schweizer Installations- und Lichtkünstler Francesco Mariotti

Mit großer Trauer müssen wir Ihnen mitteilen, dass der Schweizer Installations- und Lichtkünstler Francesco Mariotti im Alter von 82 Jahren verstorben ist. Als Künstler und Inspirator trug er die Weltoffenheit unseres Hauses weit über die regionale Kunstwelt hinaus.
Francesco Mariotti (Foto: Wahrendorff/Renke Detering)

Mit großer Trauer müssen wir Ihnen mitteilen, dass der Schweizer Installations- und Lichtkünstler Francesco Mariotti im Alter von 82 Jahren verstorben ist.

Im Rahmen der bei Wahrendorff erlebbaren Kunst ist der Documenta-Teilnehmer von 1968 mit seinen positiven und vielschichtigen Werken sehr präsent: Die Lichtbänke auf der Achse vom Park zum Dorff-Gemeinschaftshaus laden Bewohnerinnen und Bewohner, Patientinnen und Patienten und Gäste zum Verweilen und Entspannen ein, in der Nacht bieten sie Orientierung und Sicherheit. Seine Glühwürmchen-Installation („Fireflies“) im Matthias-Wilkening-Weg 10 erwacht bei Besucherbewegung zu flirrendem Treiben. Erstaunen, Lachen, ein interessiertes Fragegewitter der Betrachterinnen und Betrachter sind die häufigsten Reaktionen auf dieses unerwartete Erlebnis.

Der Höhepunkt seiner Werke hier bei Wahrendorff ist aber sicherlich das im Foyer des Wahrendorff Klinikums Köthenwald aufgebaute und für jedermann zugängliche Ensemble „Simultangedicht“ aus stilisiertem Äffchen, Papagei und Frosch. In der Tradition des Zürcher Kulturorts „Cabaret Voltaire“ stellen die drei Dadaisten in ihrer ganz eigenen Sprache unentwegt in Frage, was eigentlich „normal“ ist. Auf Grund seiner inhaltlichen Bedeutung und seiner technischen Ausführung plant das Guggenheim Museum in New York sogar, die Installation für eine Ausstellung zum Thema „KI und künstliche Intelligenz“ in 2027 auszuleihen. Dafür war die international angesehene Guggenheim-Kuratorin Frau Dr. Noam Segal zu Besuch in Köthenwald und hat sich mit Francesco Mariotti auf höchstem Niveau ausgetauscht.

Nahbarer Künstler aus der „Nachbarschaft der Welt“

Frau Dr. Segal hat am meisten erstaunt, dass ein Kunstwerk dieser Klasse nicht in einem Museum steht, sondern frei und offen in einer psychiatrischen Klinik und für jedermann zugänglich und erlebbar ist. Schön und alles andere als selbstverständlich, dass dies für uns so normal ist.

Mit Herrn Mariotti verlieren wir nicht nur einen Freund von Herrn Dr. Wilkening und einen häufigen Gast in Wahrendorff, sondern einen Künstler und Inspirator, der die Weltoffenheit unseres Hauses weit über die regionale Kunstwelt hinaustrug.

Francesco Mariotti bleibt durch seine Werke stets präsent, als Mensch, als unangepasster Freigeist und als nahbarer Künstler aus der „Nachbarschaft der Welt“. 

Francecso, ci mancherai … (Wir werden dich vermissen).
Mit Trauer und großem Respekt.

 

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Installations- und Lichtkünstler Francesco Mariotti (Foto: Wahrendorff/Renke Detering)

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